Schmerzmittel gut oder schlecht



"Soll ich eine Schmerztablette nehmen? Ich mag keine Tabletten, aber es tut so weh! Was mach ich denn jetzt?". Wie oft habe ich das selbst schon gedacht in meinem Leben. Geendet hat das dann in angestrengtem Aushalten und einer weiter offenen Frage. Als ich dann besser verstand, wie Gesundung geschieht und was es dafür braucht, wurde dieses Problem für mich klarer.

 

In der Schulmedizin werden Schmerzmittel gerne in der postoperativen Behandlung eingesetzt. Hier zeigt die allgemeine Erfahrung, dass der Körper besser heilt, wenn eine vorübergehende Schmerztherapie der Genesung zu gegeben wird. Denn was hier intuitiv registriert wird, ist, dass je entspannter der Patient mit den postoperativen Symptomen umgehen kann, umso regulärer der Heilungsverlauf. Entspannung = Heilung?  

Wir kennen diese Regel auch aus dem Volksmund:  "Schlafen  heilt."

In der alten chinesischen Heilkunde ist diese Regel ebenfalls als unbedingter Gesundungsfaktor benannt. Der Körper repariert in den Entspannungsphasen, nicht jedoch in Stresszeiten. Daher wird in der Behandlung über das Meridiansystem unbedingter Wert auf die Entspannung des Systems gelegt. 


"Also sind Schmerzmittel gut? Doch was ist mit der chemischen Belastung, was ist mit den Nebenwirkungen?"

 

Gute Frage:-).

 

Zuallererst, wenn ein Patient nach einer Operation nur leichte Schmerzen hat, kommt eher weniger die Idee, dass dieser jetzt unbedingt Schmerzmittel braucht. Das heißt, solange mit einem Schmerz entspannt umgegangen werden kann, braucht es keine Schmerzmittel. Nur wenn ein Schmerz stärker wird, ändert sich das. Wir alle wissen, es gibt einen Schmerz, mit dem kann ich nicht mehr entspannt umgehen. Hier sind Schmerzmittel höchst sinnvoll und gut. Sie erreichen wieder Entspannung des Systems und damit bessere Gesundungschancen.

 

"O.k., also sind Schmerzmittel sinnvoll und richtig bei starken Schmerzen?"

 

Ja, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, den Schmerz zu reduzieren.

 

"Doch was ist mit den Nebenwirkungen?  Besonders, wenn eine solche Schmerztherapie länger erfolgen muss?"

 

Keine Frage. Dass mit chemischer Schmerztherapie eine gewisse Belastung des Körpers entstehen kann, ist eine Tatsache. Manche Körper können gut damit umgehen, ihre Ausleitungssysteme und Entgiftungsmechanismen funktionieren gut. Für manche Körper gilt das jedoch nicht. Hier sieht man dann, dass das System an manchen Stellen nicht mehr fertig wird, chronisch symptomatische Gebiete entstehen oder der Körper chronisch müde und anfällig wird. Hier darf das System dann von Zeit zu Zeit entgiftet werden. Es hilft viel trinken, Frühjahrskuren und auch Algenpräparate. In der alten chinesischen Medizin gibt es hierfür ein Detox-Akupunkturprotokoll. Es besteht aus 4 Punkten und kommt dann zum Einsatz, wenn der Körper bestätigt hat, dass er eine Entgiftung benötigt, um an einer bestimmten Stelle vorangehen zu können. Die Effekte einer solchen Entgiftung sind dann manchmal sehr beeindruckend.


"O.k.. Also, wenn ich das zusammenfasse, sind Schmerzmittel in Ordnung, wenn sie gebraucht werden. Wenn es derer zu viele oder zu lange bedarf, können aber die chemische Belastung und damit die Nebenwirkungen ausgeleitet werden - was dann auch sinnvoll und angezeigt wäre?".

 

Ja, so zeigt es heute die Erfahrung in der Praxis. Wenn der Patient zum Beispiel zu Hause stärkere Schmerzen bekommt und er nicht in die Praxis kommen kann, dann ist es mir viel lieber, er nimmt eine Schmerztablette. In der nächsten Behandlung kann ich diese dann bei Bedarf wieder ausleiten. Damit behält er ein gutes Gefühl zu der Tablette und kann weiter entspannt bleiben, womit die Gesundung sehr gut weiterlaufen kann ohne mit übermäßigem Stress abgebrochen zu werden.

 

 

 

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