Polyneuropathie - die stille Begleiterin

 

Müssen einmal taube oder hypersensible Körperareale tatsächlich taub oder superempfindlich bleiben?

 

 

Gerne kleidet sie sich in den Mantel der Unversehrtheit, des Wohlbefindens - von außen. Denn keiner sieht etwas, keiner hört etwas. Alles scheint normal. Nur der Betroffene, der Fühlende bemerkt den Unterschied. Er fühlt sich nicht, fühlt keinen Druck, keine Temperatur, kein Berührung, an dieser Stelle, oder aber er fühlt sich viel, zu stark, zuckt vor sich selbst zurück und wird von aufwallenden Sensationen umgeworfen. Niemand sieht es von außen, und doch kann es ein ganzes Leben verändern.

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Tatsächlich ist der Mantel der Polyneuropathie so bunt und durchwachsen, wie wohl das Leben selbst. Mal ganz durchscheinend, kaum fühlbar und mal schwer und belastend, so liegt er zu Zeiten um einen einzelnen Finger gewirkt und dann wieder umhüllt er eine ganze Körperseite. Seine Ursachen und Schöpfer sind hierbei ebenso vielfältig wie seine Webmuster. Eine Operationsnarbe, ein schwerer Schlag auf diesen Körperbereich, ein wenig zu viel Zucker im Blut oder hiervon starke, schwere oder sogar toxische Medikamente. Und dann wieder ganz ohne Ursache, völlig aus dem blauen und unverständlich.

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Die Schulmedizin macht hier bisher leider zu oft die Erfahrung, dass wenn einmal taub, immer taub, Nerven können nicht nachwachsen - ist eine scheinbar plausible, logische Begründung hierfür. Bei der überempfindlichen Variante sind die Prognosen dagegen weniger strikt und endgültig, denn hier wird eine Überempfindlichkeit der Nerven vermutet, welche durchaus auch wieder zurückgehen kann. Leider wird dies zu selten auf die taube Variante übertragen, vorübergehende Unterempfindlichkeit oder Mangelversorgung der Nerven gilt zu oft als ausgeschlossen, ebenfalls ein mögliches Nachwachsen der feinen Nervenendigungen.

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Die Erfahrungen der japanische Akupunktur sind hier andere. Anders sind zugleich auch die therapeutischen Einwirkung auf den betroffenen Bereich. Wo die Schulmedizin oftmals grobstrukturiert und direkt lokal einwirkt und misst, tut dies die japanische Akupunktur zu Beginn immer entfernt von dem Areal und extrem sanft und feinenergetisch.

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Für den japanischen Akupunkteur bedeutet eine anhaltende Symptomatik in einem Körperareal immer eine vorübergehende Disbalance und Unterversorgung dieses Gebietes. Das bedeutet, der Körper kann in diesem Areal nicht seine vollen ausgleichenden und heilenden Kräfte entfalten. Die Frage, welche der Akupunkteur nun an den Körper stellt, ist "Warum heilst du nicht an dieser Stelle?". Hierbei wird nun das Immunsystem, die verfügbare Kraft und Energie des Körpers, die Beweglichkeit und vorhandene Menge des Blutes, die Fähigkeit des Körpers, sich zu entspannen, sodass Reparatur überhaupt stattfinden kann, und weitere, wichtige Körpersysteme überprüft. Jeder Mensch ist hierbei einzigartig und offenbart seine ganz eigene Mischung. Was jedoch häufig bei Polyneuopathie beteiligt ist, sind das Immunsystem, die Beweglichkeit und Menge an Blut, die verfügbare Kraft des Körpers sowie ebenfalls eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff. Die Wirkung einer Rebalancierung dieser Systeme ist oftmals magisch und extrem beeindruckend. 20 Jahre alte Operationsnarben verlieren jegliche Taubheit und ganze Körperareale gewinnen ihr Gefühl zurück

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Was hierbei genau im Körper geschieht, ob mangelversorgte Gebiete einfach ihre volle Versorgung und Energie zurückgewinnen und/oder ob hiermit dann tatsächlich Nervenendigungen nachwachsen, ist eine große Frage und macht einfach nur noch neugierig. An dieser Stelle kommt mir dann immer ein Zitat meines Lehrers David Euler in den Sinn: "Die Schulmedizin glaubt, dass Nerven nicht nachwachsen."

 

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Die Aussagen und Meinungen dieses Artikels entsprechen nicht der schulmedizinischen Lehrmeinung und sind von daher schulmedizinisch weder bestätigt noch bewiesen. In der altasiatischen Heilkunde jedoch sind solche Phänomene durchaus möglich und üblich und entsprechen den tatsächlichen Erfahrungswerten in der Praxis