Essen mit Gefühl



"Schlechte Verdauung kommt weniger von der Nahrung selbst als von der Stimmung, in der wir unsere Nahrung zu uns zu nehmen pflegen."


von Prentice Mulford





5 Elemente - 5 Geschmäcker, süß, salzig, sauer, scharf und bitter - ein jeder mit seiner eigenen energetischen Wirkung und Ausrichtung auf die Organe des zugehörigen Elements. Jedoch erst in ihrer gemeinsamen, spielerischen und entspannten Verwendung bereiten sie das wahre Vergnügen, für den Genießer, für unsere Zunge und unseren Körper.


Denn was entscheidet möglicherweise in letzter Instanz darüber, ob ein Nahrungsmittel aufgenommen = vertragen wird oder nicht?


Bei klein Hänschen entscheidet es der Körper. Er hat entschieden, dass es noch nicht die Zeit ist, um Spinat lecker zu finden. Daher wird Schlucken schnell unterbrochen und der Rückwärtsgang eingelegt. Bei Hr. Müller entscheidet es - naja, mal schauen. Er hat Rosenkohl gegessen. Sein Verstand sagt: " O.k. - ich werd nicht dran sterben und es ist gesund." . Sein Körper jedoch hat da ein klareres Ziel, denn Rosenkohl hat er noch nie gemocht. Daher wird nun der Vorwärtsgang stark beschleunigt und Hr. Müller bekommt Durchfall. Warum nun genau der Körper von Hr. Müller Rosenkohl doof findet, kann, wer es genau wissen möchte, mit ein wenig Hilfe herausfinden. Doch er muss es nicht. Hr. Müller darf dieses Nahrungsmittel auch einfach weglassen und damit seiner Frau ein Menge Arbeit ersparen.

 

Und wie funktioniert das zusammen mit der 5-Elemente-Ernährung der TCM ? Nun, die Freude am Essen darf dabei sein, als das sprichwörtlich sechste Element. Freude, Vergnügen, Genießen und Entspannung sind wichtige Qi-Stagnation lösende Zutaten. Wenn beim Essen das Qi frei und harmonisch fließt, funktioniert die Verdauung und auch die Verwertung.

 

So muss Hr. Müller, nur weil es therapeutisch von Nutzen scheint, jetzt nichtbevorzugt Rosenkohl essen. Und Fr. Fischer muss nun ebenfalls nicht allen Kuchen weglassen, wo sie doch Kuchen so sehr liebt. Beides, der unerfüllte Wunsch nach einem Nahrungsmittel und der Widerwillen gegen ein anderes Nahrungsmittel, können in dem Menschen leicht zu Stress und damit Stagnation führen, welche dann selbst Resorptionsstörungen und Fehlverwertung verursacht.

 

Es gilt in der Ernährungstherapie einen Mittelweg zu beschreiten, bestehend aus einer abwechlungsreichen, leichtgradig ausgerichteten Ernährung bezüglich eines unausgeglichenen  Elements und der gleichzeitigen Behandlung der Ursachen für ein Symptom wie auch des starken Bedarf nach süßem Geschmack. Fallen die Ursachen weg, reguliert sich der Körper und es entspannt sich der Bedarf nach Süßem von allein.


 

Meine Empfehlung an den Leser, welcher selbst ein wenig seine Ernährung harmonisieren möchte:


Ich weiß, es gibt tausende Bücher auf dem Markt, welche am laufenden Band neue Ernährungsweisen empfehlen, Nahrungsmittel verdammen und andere als besonders gehaltvoll beschreiben. Und hinter all diesen Empfehlungen stehen gedankliche Konzepte aus Wissenschaft, Forschung, Vollwertküche und Co. So gesehen dürfte der belesene Mensch von heute, eigentlich nichts mehr essen, den so ziemlich jedes Nahrungsmittel ist in irgendeinem Buch, in einer Kampagne oder in einer Talkshow schon verteufelt und verdammt worden.

Jedoch ihr Körper ist es, welcher am meisten über Sie weiß. Der Körper, welcher sich ständig selbst reguliert und jeden einzelnen der Millionen von Stoffwechselprozesse minutiös steuert und überwacht. Und er braucht dazu nicht ihren Verstand, ganz im Gegenteil. 


Unser Verstand wäre hoffnungslos überfordert. Was dann wohl in etwa so aussieht:

-" Und los geht - endlich darf ich auch mal ran:-).

  Einatmen, Stuhlgang weiterschieben und Salzsäure produzieren. Uff. 

  Temperatur regulieren, Arm nach vorn bewegen, Bein bewegen, Fuß 

  nachsetzen. Schwitz.

  Hand zufassen - Oh, Mist - ich hab ausatmen vergessen! " 

  Ende.


Ein wenig zu kurz, dieser Lebenszyklus, nicht?  Unser Verstand weiß in etwa soviel über unseren Körper, wie eine Mücke über einen Elefanten. Die Mücke tut nur immer so, als wüßte sie alles über das große, graue, runzlige Etwas, während sie eigentlich den ganzen Tag nur aufgeregt drum rum summt. 


.....Verdammt!!..... Und was jetzt?


Hier gibt es eine möglicherweise zu einfache, aber vielleicht gerade deswegen bestechende  Lösung:



Essen Sie das, womit sich ihr Körper wohlfühlt.


Denn dieses wundervolle Mysteruim an ihrer Seite kommuniziert mit Ihnen, die ganze Zeit und wirklich nur mit Ihnen. 


Nach jedem Essen gibt es z.B. ein Gefühl, wie gut Sie dieses Essen in eben dieser Menge vertragen haben. Sie fühlen sich leicht und energiegeladen oder eher schwerfälllig, müde mit einem Hauch von Übelkeit. Oder Sie haben ein schlechtes Gefühl oder Gewiissen nach einer Speise, die Sie gerade gegessen haben. Haben Sie ein Lebensmittel einmal gegessen, so haben Sie auch einen gefühlten Eindruck zu der Speise. Die Kunst ist nun, dieses Gefühl vorweg zu nehmen, wenn Sie vor der Wahl stehen. Sie fragen und fühlen einfach in die Zukunft. "Wie gut werde ich mich mit diesem Nahrungsmittel fühlen?" und  "Wie gut werde ich mich nach dieser Menge des Essens fühlen?"

So werden Sie immer mehr zu ihrem eigenen Experten. Das mag am Anfang noch etwas holprig sein, jedoch von Mal zu Mal, wo Sie auf ihren Körper hören, werden Sie feinfühliger und schneller. Sie holen ihre Informationen, womit Sie jetzt ihren Hunger stillen möchten, nun wieder aus ihrem Innen, statt aus dem Außen. Jedes Nahrungsmittel ist erlaubt, und ihr Körper sagt Ihnen, welches er davon jetzt braucht und genießen möchte.

 

Die 5 Elemente Küche ist hier eine Möglichkeit. Das Essen ist abwechlungsreich, es wird gut und detailreich gekocht , was soviel heißt wie - Sie nehmen sich Zeit und Liebe für ihr Essen - und es ist lecker. Es gibt tolle Bücher mit zahlreichen Rezepten. Und auch hier ist die wichtigste Zutat - Freude und Genießen. Wenn Sie all diese Zutaten in dieser Ernährung für sich finden, dann ist sie jetzt genau das Richtige für Sie.  


Ich wünsche viel Freude am Essen und Genießen.



Herzlichst   Ihre Carina Böhm