Chile und Argentinien - europäisch, weiß und kalt



Kann man nach 10 Monaten des Reisens eine Hierarchie der Best of vergeben?



Eigentlich nicht. Denn es sind immer nur Momentaufnahmen eines Erfahrungsschatzes, der beständig wächst. Wo wir am Beginn dieses Jahres noch hingerissen waren vom Camperleben auf den Straßen Neuseelands und den ersten Rucksackerfahrungen in Südostasien, so sind wir nun auf neuen Pfaden unterwegs, welche einfach auf Grund ihrer Andersartigkeit das Sein neu beflügeln.


Und trotzdem gibt es drei Best of, welche gleich bleiben und mitziehen, egal auf welchen Pfaden wir wandeln. 


1) Immer wieder und weiter die gemeinsame Zeit mit meinem Mann. Auch hier kann es niemals Stillstand geben, denn meine Tiefen sowie auch die von Andreas sind unergründlich. Und je länger wir uns zusammen huckend getrauen, diese Tiefen zu entdecken, ob es schmerzhafte oder wundervolle sind, umso offener, spielerischer und beweglicher wird unsere Zweisamkeit.


2)  Den Herausforderungen dieses Jahres noch immer standzuhalten. Wir haben immer noch nur unsere Rucksäcke, immer wieder wechselnde Hotelzimmer und Währungen und ein Deutschland, was langsam wieder näher rückt. Waren unserer Vorbereitungen dieser Reise und ihrer Heimkehr so gründlich wie auch vollständig? 

Nein!  Sie konnten es gar nicht sein. So neu und ungeheuerlich diese Reise war,  so überwältigt war mein Geist allein schon von den Vorbereitungen, welche ich zu diesem vergangenen Zeitpunkt fähig war, zu bedenken.  Dass ich und die Personen, welche mir dabei behilflich waren, Dinge übersehen würden, war also vorprogrammiert. Diese kleinen und großen Dinge tauchen nun aus ihrer Versenkung auf und erfordern intensive und feinfühlige Hingabe im EMail Verkehr mit einem Deutschland, für welches „Weltreise“ ein Fremdwort mit zu vielen Unmōglichkeiten ist😅.


3) Immer wieder präsentiert mir das Leben hier, außerhalb des ständigen Gebrauchtwerdens, eine tiefe Einsicht, welche deutlich aus den Gefühlen zu mir spricht. Dass mein Verstand an seine Grenzen stößt wenn es darum geht, mir ein Sein zu erlauben, welches weiterhin beflügelt und inspiriert. Denn genauso wie  Jahre der gleichen Arbeit am Ende vom Verstand in Routine verwandelt werden, so passiert dies ebenfalls mit Monaten des Reisens. Daher darf ich immer weiter das,  was ich bisher glaubte zu sein, die Summe all meiner vergangenen Erfahrungen und Erlebnisse, kurz meinen Verstand, nun beständig hinterfragen. Und weiter die Ebenen erforschen und entdecken, welche dahinter liegen😊.







Es folgen alle weiteren Best of der vergangenen Wochen, so relativ wie unsere Erfahrungen🤣....





Unser letzter Trip in Bolivien. Er führte uns über 5 Tage Jeepfahrt durch die Salar de Uyuni. Das tägliches Einkehren in die indigengeführten staubigen Hostels auf 4000 m Höhe nach  rot leuchtenden Seen voller Flamingos, blubbernden Schlammtümpeln und Geysiren, strahlend weißen Salzwüsten, giftgrünen Lagunen ganz ohne jegliches Leben und sogar Thermalquellen, in die wir hinein hüpfen konnten, fühlte sich an wie die frühen Karawanen, welche jeden Abend ihr Lager aufschlugen und morgens wieder starteten ins ewig neue Land.



Chile, ein Land, in dem es nach 6 Monaten des Darbens endlich mal wieder echte Butter gab.

Unglaublich, in so ein rohes Bratwurstbrötchen zu beißen mit echter Butter drauf. Doch Chile schenkte mir neben seiner fast europäischen Lebensweise noch eine kleine Überraschung in Form von Valparaíso. Eine der flippigsten und kreativsten Städte auf dem Kontinent mit süßen, verwinkelten Treppen und Gassen auf den Dutzenden Hügeln, farbenprächtiger Streetart und bunten Hauswänden, 100 Jahre alten Aufzügen und endlich auch  die schmelzenden Stimmen  und 

kraftvollen Gitarrenklänge der lang vermissten südamerikanischen Folklorebands😍.



Ein Traum, welcher während dieser Reise langsam Gestalt annahm,  sich lange im Dunkeln hielt mit unbekanntem Ausgang, rückte nun mit weiterer Reise in den Süden zunehmend in den Vordergrund. Und so landeten wir Mitte November in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt und gleichzeitig dem Tor zum siebten Kontinent. Hier mit Zeit vor Ort sein zu können und flexibel auf Lastminute Angebote der sich rüstenden Antarktikkreuzer reagieren zu können, wird zu einer Gelegenheit, die nie wieder kommt. 


Für mich lag diese Vorstellung so fern, dass ich nicht mal wusste, worauf ich mich freuen sollte, als dieser Deal tatsächlich zustande kam. 

Erst als wir auf dem Schiff stehen, die Vibration der Dieselmotoren durch meinen Körper zieht und Ushuaia hinter uns zurückbleibt, wird mir klar, was wir hier tun und ich führe einen Freudentanz rund um meinen Ehemann auf. Wir werden 17 Nächte auf einem schwankenden Expeditionskreuzer schlafen ( was eine kleine Stimme in mir schon immer sehnsüchtig anklingen lies, immer wenn wir auf Booten unterwegs waren ). Wir werden die Falklandinseln, South Georgia und die antarktische Halbinsel ansteuern, dort mit Schlauchbooten cruisen und wenn Witterung und Tierpopulation es zulassen, an Land gehen. Und dann wirklich ( ich hätte mir das niemals träumen lassen ) durch Pinguinkolonien schlendern, vorbei an brünftigen Seelöwen und riesigen, niesenden Seeelephanten-Babys. Es ist das erste Mal, dass ich auf einem Kreuzer reise, dass erste Mal in den wendigen und stabilen Zodiaks durch Eiswasser cruise , eingepackt in wasser-und windfeste Polarkleidung, das erste Mal verschiedenste Pinguinarten beobachte, das erste Mal Wale atmen höre und durch den antarktischen Schnee stapfe. So einmalig wie wunderschön🐧💚🐋

 

Ushuaia selbst ist ein verschlafenes Städtchen am Rand der Welt. Natürlich nicht ohne Trekkinggeschäfte und Tourirestaurants.  Aber idyllisch umgeben von den Wäldern, Eisbergen, Gletschern und Fjorden Feuerlands, mit einem kleinem Flughafen aus Holz und einem herzlichen Eduardo, der uns die 4 Tage vor unserer Einschiffung verwöhnte und sein Haus zu unserem machte.



Doch selbst 18 Tage vergehen schneller als gedacht🤣 und so stürzen wir uns, nun wieder auf Spanisch, im eigenen Reisetempo und mit unserem einfachen Reiseessen, ins sommerliche 

Patagonien und Argentinien. 



Tausend liebe Grüße ins weihnachtliche Deutschland🎄🎁. Auch hier stehen seit Anfang Dezember voll geschmückte Weihnachtsbäume in den Wohnzimmern, allerdings fehlen Plätzchen, Weihnachtsmarkt und Räucherduft. Die beste Weihnachtskultur findet sich wohl wirklich zu Hause. Werde ich sie vemissen? Ja, besonders wenn Weihnachtslieder durch den fremden Supermarkt hallen😅






P.S.



Was wäre wohl eine Weltreise, wenn einem nicht wenigstens einmal das Handy geklaut würde. Wir waren darauf vorbereitet ( halt Weltreiserisiko 😉, nichts superwichtiges drauf, Geldangelegenheiten immer nur kombiniert aus zwei Geräten organisierbar  sowie sperrbar aus der Ferne ) ......und dann doch wieder nicht😅.  Eine Nacht voller „ Wie konntest du nur so doof sein, die Tasche da hinzulegen.“ und „Oh je all die Arbeit nun mit Neukaufen und Neueinrichten.“ liegt hinter mir.  Heute nun ist ein neuer Tag, klüger geworden, hier in der Großstadt nichts, wirklich nichts vom Körper wegzulegen, und so jetzt auf zum neue Handys abschnuppern😉.


Leider sind auch die Fotos auf dem Handy aufbereitet gewesen. Heißt, es wird ein wenig dauern, bis ich hier nun die Fotos, die noch doppelt in der Kamera gespeichert sind, wieder auf dem Handy habe, um sie hier hochzuladen. Doch sie kommen, versprochen🤗.



P.S.S.



Geht man zum Handykauf in einer südamerikanischen Großstadt, so stellt man eines sehr schnell fest. Die Handys sind überteuert und....es gibt sie nur mir spanischer Software. Also tritt Plan B in Kraft. Ich organisiere meine ganzen Apps um auf’s IPad und lebe jetzt 11/2 Monate ohne Handy. Und so geht es tatsächlich schneller als gedacht, die Kamera mit dem IPad zu koppeln und meine geliebten Fotos zumindest der letzten Wochen hochzuladen🤣. 



Hochladen ist ein wenig Großspurig gesprochen  hier im argentinischen Raum, es ist eher hochkämpfen, mit tausend mal versuchen bis das Netz mal wieder keine Ladehemmung hat und sich das Bild durchboxt bis auf den Websiteserver😅🤪


Die Karawane hat begonnen.......die einzigen Zaungäste in dieser trocken-kalten Landschaft leben von Wurzeln
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Salar de Uyuni - Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich mich mit Schal in die Wintersonne legen oder irgendwo ins nicht vorhandene Meer hüpfen soll, mit Salz kann mein Gehirn hier irgendwie so gar nichts anfangen🤣
Salar de Uyuni - Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich mich mit Schal in die Wintersonne legen oder irgendwo ins nicht vorhandene Meer hüpfen soll, mit Salz kann mein Gehirn hier irgendwie so gar nichts anfangen🤣
hier oben 7 Meter dick, in mehreren Schichten mit Erde und Wasser abwechselnd , gesamt an die 100 Meter nach unten - hier geht das Salz niemals aus😉 und liefert .....
hier oben 7 Meter dick, in mehreren Schichten mit Erde und Wasser abwechselnd , gesamt an die 100 Meter nach unten - hier geht das Salz niemals aus😉 und liefert .....
......hinreisende Sonnenuntergänge😍......
......hinreisende Sonnenuntergänge😍......
......und coole Musik🤪
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Die Laguna Rojo mit tausenden Flamingos auf 3700 m Höhe
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Blubbernde bunte Schlammtümpel - duftende Zeugen der immer noch aktiven Schmelzzone zwischen südamerikanischer- und Nascakontinentalplatte
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Valparaíso - eine meiner Lieblingsstädte dieser ganzen Reise.......kreativ, verspielt, philosophisch, am pazifischen Ozean direkt neben Santiago de Chile
Valparaíso - eine meiner Lieblingsstädte dieser ganzen Reise.......kreativ, verspielt, philosophisch, am pazifischen Ozean direkt neben Santiago de Chile
Unser Hostel - mit Philosophischem Denker auf der oberen rechten Hausecke und einem Satz, der die Welt bewegt - Quien soy yo ( Wer bin ich?????) 🙃😍
Unser Hostel - mit Philosophischem Denker auf der oberen rechten Hausecke und einem Satz, der die Welt bewegt - Quien soy yo ( Wer bin ich?????) 🙃😍
Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, vom Wasser aus fotophiert😊
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Erster Landgang auf den Falkland-Inseln, nistender Albatross 2 Meter entfernt im Gras☺️
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Albatrosse und Pinguine teilen sich eine Kolonie, alle am nisten💚
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See Elephanten Babies bei ihrer liebsten Tätigkeit - chillen, niesen und drollig gucken🤗
See Elephanten Babies bei ihrer liebsten Tätigkeit - chillen, niesen und drollig gucken🤗
“Kenn ich, hab ich schon 50x gesehen, genauso wie......
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......die gelben Minnions da oben😤.”
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auch so ein Minnion😜
auch so ein Minnion😜
Ich wünsche ein wundervolles Weihnachtsfest🎄☃️ und guten Rutsch✨🙋‍♀️
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