Kontinental Südostasien - ein Resüme nach 5 Monaten



Wir sind nun 5 Monate unterwegs.  6 Länder sind gekommen und gegangen. Manche sehr kurz, andere intensiv lang. Was ist bisher die größten Geschenke für mich auf diesem Weltentrip?



Nicht, dass wir immer wieder neue Länder sehen. Es ist jedes Mal ein Abenteuer, ja. Doch nach dem 3. Länderwechsel beginnt eine Art Gewöhnung an diesen Modus. Nach und nach versteht der Verstand einfach, wie es funktioniert, baut seine typischen Schubladen „ neues Land“, „neue Währung“, „neues komisches Essen“,  und irgendwann taucht dann dessen wohl berühmtester Satz auf.  “Kenn ich.”😂



Nicht, jeden Morgen aufstehen zu können, wann man will ( zeitig für Wanderungen oder Flug erwischen, spät wenn nichts anliegt ) denn eigentlich ist es trotzdem immer eine Entscheidung, ob nun für die Arbeit oder den Flug. Nur der Rythmus ist hier viel variabler und offen gegenüber einem festgetuckertem 7 Tage-Rythmus.



Nicht, dass man quasi Arbeitsfrei hat. Denn auch hier gibt es eine Menge zu tun. Es dauert nur länger. Wäsche waschen war in Deutschland schonmal einfacher, Einkaufen auch (immer ist der Shop woanders und hat ein anderes Sortiment)😅. Auf der Jagd nach Bus-, Fähr- und Flugtickets sitzt man oft stundenlang vorm Rechner, ebenso für Länderrecherche, für passende Unterkünfte finden und Reiseblogs durchforsten. Zugegeben, es bleibt ein leises Gefühl von Stolz, denn alles hat man selbst gemacht. Dumm nur, dass wenn was schief läuft, niemand da ist, dem man die Schuld zuschieben kann😫🤣.



Was ich sehr mag, ist das ständige in Bewegung sein. Zu Beginn unserer Reise noch fast nur im Außen . Hier lasen wir uns über EBooks nur ein in die inneren Wege, doch gingen sie noch nicht. Doch auch hier waren Geist und Körper permanent herausgefordert. Ständig neue Orte, ständiges Vorwärtsgehen. Ich habe in den 5 Monaten gerade mal einen Film gesehen, als ich mit Durchfall und Fieber im Bett lag. Doch sonst taucht meinerseits nicht ein Bedürfnis mehr  nach Fernsehen auf, nicht ein Need nach Wegschalten und Ausklinken.




Unsere Sprachfähigkeiten entwickeln sich. Ich trete ab und  zu einen Schritt zurück und staune einfach.

In den englisch-sprachigen Ländern hängen wir natürlich gut zurück hinter dem schnellen, einheimischen Geschnattere. Doch es reicht für das Wichtige🤗. Aber in den anderen Ländern bin ich froh über jedes englische Wort, was gesprochen wird. Hier fühlt sich Englisch plötzlich vertraut und sicher an, fast wie Muttersprache. Doch wenn ich eine Person wirklich gern mag, die englisch spricht, passiert es öfter, dass ich unterm Plaudern schnell mal eben ins Deutsch wechsele. Erst ihr verdutzter Gesichtsausdruck, weckt mich dann aus meinem „Ich mag dich - Deutsch Modus“wieder auf🤣.




Ich liebe es, ab und zu diese besonderen  Menschen kennenzulernen, mit denen man ohne viel Aufwärmen über Gott und die Welt quatschen kann.  Und noch ein Stück mehr, tatsächlich mal einem Einheimischen zu begegnen, der einen ganz normal behandelt, freundlich, offen, auf Augenhöhe und ehrlich aus seinem Leben in diesem Land plaudernd. Ich bin jedesmal so dankbar über dieses Geschenk. Leider kommt das selten vor. Allein unser Aussehen verrät uns als reiche Touristen, meist sprechen wir nicht die Landessprache und unser kurzer Aufenthalt in privater Zweisamkeit macht es auch nicht leichter.😅 




Und hier taucht etwas auf, was ich mehr und mehr genieße und wofür ich immer dankbar sein werde. Unsere Zweisamkeit. 24 Stunden am Tag, 30 Tage im Monat und 12 Monate rutsche ich näher und näher an meinen Mann heran. Nicht nur, dass wir alles zusammen organisieren, erleben und durchstehen, wenn es schief läuft, sondern auch, dass wir uns näher und näher kennenlernen. Es ist so spannend, was auf so einer Reise ins Unbekannte so alles an eigenen inneren Stressmustern auftaucht, wofür mein geliebter Ehemann der beste Spiegel ist. Und er hält es aus und spiegelt☺️. Da hier keiner von uns weglaufen kann zum Job oder in die Familie, haben wir tatsächlich die Muße und Notwendigkeit, uns weiterzuentwickeln. Und dies gemeinsam zu tun ist einfach das allerschönste Geschenk dieser Reise.


Endlich mal ist man ganz allein und weg von allem, was irgendwie wichtiger sein könnte. Endlich kann diese kleine Stimme, welche in all der beschäftigten, alltäglichen Zeit zu Hause, immer leise flüsterte "Das wäre aber eigentlich auch wichtig und nur für mich selbst.", zu Wort kommen.  Es ist ganz unsere Entscheidung, wann und wo wir ihr Raum und Muße schenken. Hierfür fahren wir auch einfach mal spontan alles Reisen runter. Denn Zeit hängt hier mal ganz allein von unserer spontanen Entscheidung ab.😍.



Doch natürlich gibt es aber auch hier kleine familiäre Verpflichtungen und kleinen Versprechen , welche ab und zu trotzdem ihren Raum einfordern. Und so schreibe ich nun diese Zeilen😉.



Kontinantal-Südostasien hat uns gut überrascht. 


Mein Favourit-Land Laos haben wir nach 11/2 Wochen wieder verlassen. 

Wir hatten eine tolle Zeit dort im Elephant Conservation Center mit Khemphet.  Er begleitet uns zwei Tage lang durch das Camp, ist ein super Lehrer in Elephantenpflege und dem Projekt „Wiederauswilderung“ und behandelt uns einfach offen und normal wie halt Elephantenfans.. Doch die Ärmlichkeit im Land und die eher wenig gastfreundlichen Menschen machen es einfach schwer, uns hier wirklich wohlzufühlen. 


Kambodscha nimmt uns dann freundlicher auf, jedoch ähnlich ärmlich. Hier empfängt uns Dream. Er ist hier für 2 Tage unser TukTukfahrer, spricht fast fließend englisch und schnattert so energiegeladen und offen, dass es einfachhinreisend ist, mit ihm den Bambooszug zu entdecken und an der Lotusfarm spontan ein Bad im See zu nehmen . Leider hatten sich hier schon die Pläne meines Mannes auf Thailand geändert, weshalb wir nur 5 Tage in Kambodscha bleiben.


Eigentlich will ich garnicht nicht nach Thailand. Zu touristisch in meinem Kopf. Doch mein größer werdender Wunsch nach mal wieder etwas saubererem, zivilisierterem Essen (es ist unglaublich, wie sehr man sich nach einem McDonalds-Softeis sehnen kann😅 und ein evtl. mögliches Vipassana-Meditationsretreat führt uns für ganze 3 Wochen nach Chiang Mai. Hier erwischt uns dann auch gleich zu Beginn der Durchfall. Unser Körper freut sich einfach so sehr über wieder leckeres Essen, wo nicht die Fliegen drauf sitzen und wir nicht wissen, was drin ist, dass er mich sogar mit Fieber zum Reparieren ins Bett schickt.


Ich habe seit Jahren nicht mehr meditiert. Hier nun machen wir einfach mal 10 Tage lang nichts anderes. Und das ganz für uns selbst. Einfach im eigenen Zimmer, nach eigenem Zeitplan und mit eigenem Lehrer in Form mehrerer EBooks von Osho. Hilft natürlich, dass mein Mann schonmal ein solches Retreat gemacht hat, sodass wir es mutig einfach alleine durchziehen. So schön für mich, hier wieder ins meditieren zu finden. Hab ich tatsächlich vermisst😅.





Thailand war tatsächlich eine der besten Entscheidungen dieser 5 Wochen. Superfreundliche Locals, nett hergerichtete Accomodations liebevoll dekorierte Restaurants und Supermärkte, welche sogar Rosinenbrot führen - einfach himmlisch. Wir sind halt doch Fleshpacker🤗


Besonders hat es mir dort aber diese spezielle kleine Geste angetan. Eine leichte Verneigung mit vor der Brust gefalteten Händen. Inzwischen habe ich es lieb gewonnen, dieses einfache, wortlose „Danke“ und unausgesprochene „Hab mich gefreut, dir zu begegnen“.




💁🙏



So nah war ich noch nie an Elephanten dran😄, hier mit ihren Mahouts auf dem Weg in den Dschungel
So nah war ich noch nie an Elephanten dran😄, hier mit ihren Mahouts auf dem Weg in den Dschungel
Auf dem Weg zum Elephanten Trainingsplatz,  mit ihrem Lieblingsfutter
Auf dem Weg zum Elephanten Trainingsplatz, mit ihrem Lieblingsfutter
Nudeln in Laos ökologisch verpackt zum Mitnehmen😆
Nudeln in Laos ökologisch verpackt zum Mitnehmen😆
Irgendwo muss hier ein Kloster sein😂. ( Da Mönche hier die Touristenattraktion schlecht hin sind, wollte ich sie nicht auch noch fotographieren;)
Irgendwo muss hier ein Kloster sein😂. ( Da Mönche hier die Touristenattraktion schlecht hin sind, wollte ich sie nicht auch noch fotographieren;)
Die Plastik-Müll Abfuhr in Laos
Die Plastik-Müll Abfuhr in Laos
Sonnenaufgang in Angkor Wat😅, Kambodia
Sonnenaufgang in Angkor Wat😅, Kambodia
....wo Bäume auf Häusern wachsen.....
....wo Bäume auf Häusern wachsen.....
.....endlose Gänge Katakomben -artig in die Irre führen....
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....und wurde wild gemeiselt😎
....und wurde wild gemeiselt😎
mit Dream nach dem ersten Sprung ins Wasser.....
mit Dream nach dem ersten Sprung ins Wasser.....
.....auf der Lotusfarm😍
.....auf der Lotusfarm😍
In Thailand, unser Appartement hier in dieser herrlichen Gartenanlage🤗
In Thailand, unser Appartement hier in dieser herrlichen Gartenanlage🤗
....endlich wieder civilisierteres leckeres Essen
....endlich wieder civilisierteres leckeres Essen
und superleckeres Obst für sehr kleines Geld😋
und superleckeres Obst für sehr kleines Geld😋
lecker, süße Bakery's zum Genießen😆
lecker, süße Bakery's zum Genießen😆
...und unzählige Tempel in Chiang Mai. (Leider haben wir hier kein länger laufendes Vipassana-Retreat gefunden).
...und unzählige Tempel in Chiang Mai. (Leider haben wir hier kein länger laufendes Vipassana-Retreat gefunden).
der 6 Jahre alte Surinja mit seiner Lieblingstante Aunti am Schmußen😍
der 6 Jahre alte Surinja mit seiner Lieblingstante Aunti am Schmußen😍