Tipps und Gesundbleiben beim Weltenbummeln




Als mein.Mann mich vor fast 2 Jahren fragte, ob ich mit ihm ein Jahr um die Welt reisen würde, 

hielt ich es ersteinmal für unmöglich. Zuviels andere Menschen waren in unser Leben eingebunden, zu viele Verpflichtungen und ein zu voller Terminkalender standen eindeutig im Weg. 


Drei Stunden brauchte ich, um drüber nachzudenken. An dem Tag hatte mein Mann mir meinen Koffer entgegengefahren, den ich vergessen hatte, auf eine Fortbildung mitzunehmen. Er hatte also tatsächlich einen Stein bei mir im Brett. Doch letztendlich traf ich nicht deswegen die Entscheidung, sondern, weil ich damals schon wusste, dass unsere gemeinsame Zeit hier auf Erden irgendwann enden würde. Es galt und gilt noch, diese so kostbare Zeit so intensiv wie möglich gemeinsam zu leben. Ich traf die Entscheidung es irgendwie möglich zu machen.


Fragen Sie nicht, wieviele Ängste auftauchten. Angefangen bei Sorge um meine empfindlichen Haare, die eine Teil ihrer Pflegemittel ein Jahr entleeren müssten bis zu der Frage, ob unser Garten das überleben würde und tatsächlich sogar der Angst zu sterben, in der fremden,weiten Welt da draußen. Ich entdeckte in mir, dass ich Menschen zwar glaubte zu vertrauen, doch es nicht wirklich tat. Doch immer, wenn ich mich in die Zukunft dachte, und mit einer dieser Ängste versuchte zu begründen, warum wir diese Chance nicht genutzt haben würden, war es einfach lächerlich. Wir konnten in unserem Leben keine Weltreise machen, weil der Garten das nicht überlebt hätte oder ich noch nicht gelernt hatte, den Menschen zu vertrauen......

Ähhhhhh??! 

Die großen Ängste galt es also aufzulösen, und für die kleinen praktische Lösungen zu finden.


Auch zu erkennen, dass ich nur dieses eine Leben habe und es mir gehört, war eine solche Lektion. Auch wenn ich begeistert Heilpraktikerin bin, schließt das damit automatisch aus, ein Jahr meinen Beruf stillzulegen? Darf mein Beruf  mein Leben sein?


Inzwischen weiß ich, dass es viel, viel  mehr ist als das.




Eine Bloggerin beschrieb es so: „Es war noch nie so leicht, um die Welt zu reisen“. Und es stimmt. Über googlemaps, booking.com, Hostelworld, unzählige Reiseblogs und ganz wichtig Googletranslate sind die Möglichkeiten, sich in fremden Ländern und auch fremden Sprachen zu orientieren  enorm. Für unsere ganze Vorbereitung haben wir uns quasi von den  Profis ( Reiseblogger ) „beraten lassen“. Anja und Daniel von Gehmalreisen haben wir es so zu verdanken, dass wir sogar einen Minitauchsieder dabei hatten und so unzählige selbstgemachte Cappuchinos und Kaffees trinken konnten. Weltreisende müssen nun mal auf’s Geld achten, am besten ohne all zu viel Wohlgefühl dafür aufgeben zu müssen😉.


Es wäre müßig, jetzt hier alle Tipps aufzuzählen, die man fürˋs Weltreisen und die Vorbereitung braucht. Hierfür stehen all diese Reiseblogger, die es noch viel besser wissen, als wir, gerne mit Packlisten, To do Listen und Co zur Verfügung. Doch es gab auch Erfahrungen, auf welche uns niemand so wirklich vorbereitet hatte. Die also unsere ganz eigenen waren✌️.



1.)Connecting Flights


Flüge online buchen wird in einem solchen Jahr einfach normal. Hierbei sind die besondere Herausforderung die Anschlußflüge, wenn man ein Connecting Flight bucht. Wir haben auf dieser ganzen Reise drei Flüge verpasst - alles Connecting Flights🤣. Einmal konnten wir als Lektion streichen, Flugzeug kaputt. Die Fluggesellschaft hat das jedoch wundervoll geregelt.


Für alle weiteren Flüge gilt:

Sofern möglich die gleiche Fluggesellschaft bei beiden Flügen verwenden. So umgeht man Buchungsfehler und ein erneutes Einchecken zum zweiten Flug, was manchmal echt lange dauern kann ( hängt ganz von der Schlange ab, welche am Schalter steht )


Immer eine ausreichende Aufenthaltsdauer auf dem zweiten Flughafen einplanen. Man weiß nie, wann mal ein Flug auf dem ersten verschoben wird, ein Flug sich verspätet  oder wie lang die besagte Schlange am Checkin Schalter des zweiten ist. Nach unserer Erfahrung sind um die 5 Stunden ein gutes Mittel





2) Die Notfall-Apotheke


Jeder, der auf eine solche Reise geht, darf sich eine Lösung für den Notfall einer Erkrankung überlegen. Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Die beste für dich ist die, mit welcher du dich am sichersten fühlst. Zu Anfang, du brauchst eine Krankenversicherung. Wir haben unsere nicht einmal bemüht,  jedoch ist das Sicherheitsgefühl, im Notfall alle Hebel in Bewegung setzen zu können ohne finanzielle Belastung, einfach enorm. 

Wir hatten neben unseren Fähigkeiten als Heilpraktiker auch noch eine Notfall-Apotheke dabei. Nur Schmerzmittel mitzunehmen, haben wir auf Reisen gesehen, doch es war nicht lustig für die betreffende Person. Zur Befüllung einer durchdachten Apotheke einfach einem Reiseblogger vertrauen, die Erfahrung spricht hier für sich. Und jetzt ganz wichtig: die Tablettenblister unbedingt auf der Rückseite am besten mit einem Powertabe aus dem Baumarkt bekleben. Durch das ständige hin-und herwuchten und abstellen des Rucksacks und die damit verbundenen Erschütterungen im Rucksack, drückt es mit der Zeit einfach die Tabletten aus den Blistern und du weißt nicht mehr, was zu wem gehört.



3) Gesundheit auf Reisen


Mit unseren Berufserfahrungen und Wissen, konnten wir viele Erkrankungen entspannt handhaben. Ich hatte 2 x Fieber, einmal hohes Fieber, Gelenkschmerzen an den Fingern, Schulterschmerzen und zweimal Durchfall. Wir konnten viel davon mit unserem Wissen den Umständen dieser Zeit zuordnen und in den meisten Fällen uns einfach entspannen, einen Fiebersenker oder Schmerztablette nehmen und es vorübergehen lassen. Der Körper macht häufig Symptome, wenn man gerade eine stressige Zeit hinter sich gelassen hat, wie zum Beispiel das halb ecklige Essen in Laos, was mir dann in Thailand, dem Schlaraffenland des Essens, zu Beginn Durchfall und Fieber bescherte. Dies ging dann etwa 6 Tage. 

Hier spielt die Dauer und Schwere der Symptome immer eine wichtige Rolle. Wenn du merkst, dass nach maximal einer Woche, dein Körper sich wieder fängt und du beginnst dich besser zu fühlen, gut. Dauert das ganze dann jedoch länger oder ist schwerer symptomatisch, und du bist hier auch mit deiner Reiseapotheke überfordert, empfiehlt es sich, tatsächlich den einheimischen Arzt aufzusuchen. Das Hostel kann dich hier gut beraten, welcher Arzt oder Krankenhaus der beste ist.  Bei uns hörte nach dem Arztbesuch endlich der Durchfall auf und wir konnten weiterreisen.




4) Frauen und Taschen und Handys


Es ist einfach eine Tatsache, wir Frauen tragen andere Klamotten als unsere Männer. Wo der Mann eine Cargohose mit tausend Taschen anhat, trägt die Frau gerne einen Rock mit null Taschen. Dafür hält dann der Minirucksack oder die Handtasche her. In Deutschland fast überall kein Problem, doch in den weniger bemittelten Ländern, eine begehrte Gelegenheit für so manchen Einheimischen, sich Geld dazu zu verdienen. Denn man weiß wirklich nie, an welcher Stelle man dann doch mal unaufmerksam ist, oder zu sehr vertraut, diese Handtasche vom Körper weglegt und einen Moment nicht hinkuckt. Deswegen für alle Frauen „Ihr wollt in diesen Ländern euer Handy, Geld und Kreditkarten am Körper tragen, glaubt mir.“ Hierfür gibt es tolle kleine Umhängetaschen, (wir haben sie in einer Drogerie in Buenos Aires erstanden) die ihr unter eurem T-Shirt tragen könnt und die Platz für ein dünnes Handy sowie die Finanzen haben. Am besten ihr habt hier ein Handy, was mit einem Protectorscreen und einem schmalen Backcase vor Beschädigung geschützt ist und so noch schmal genug ist für so ein Täschchen ( hatte ich nicht😅 ).




5) .....würd ich meinen Kopf verlieren


Es bleibt auf Reisen einfach nicht aus, dass man Sachen verliert. Mit Argusaugen habe ich unsere Sachen bewacht, mein Titanreisebesteck, Cappys und Jacken. Immer nochmal umgedreht beim weggehen, Zimmer bestmöglich gecheckt usw. Doch das Leben macht, was es einfach am besten kann....... unplanbar sein. Und Mensch reagiert darauf, mal gestresst, mal getriggert, mal entspannt. Wer ich also morgen sein werde oder in der nächsten Stressituation, weiß ich eigentlich nie. Ob ich dann noch genauso besonnen und umsichtig und aufmerksam sein werde, wenn ich 3 Stunden im sauwarmen Bus an der Strassensperrung gesessen habe und nur noch raus und weg will......wohl eher nicht. Und so passierte es auch uns, dass wir Sachen liegen ließen oder verloren. 

Also, so toll ein Titanbestecke ist, weil leicht und bruchfest, überall auf der Welt gibt es Löffel und Gabeln und du wirst mindestens die Titangabel verlieren🤪. Fazit, nehmt nicht zu teure Sachen oder Lieblingsstücke mit auf Reisen oder seid tiefenentspannt, wenn ihr sie verliert (wie mein Mann😅). Ich habe in diesem Jahr mehr Sachen verloren, als in den letzten 15 Jahren meines Lebens. 




6) Job und Weltreise


Einen Job in Deutschland zu kündigen ist meist erheblich weniger aufwendig als ihn neu zu beginnen.

Besonders bei einer Weltreise, wenn du nach dieser direkt wieder in den Job einsteigen möchtest, Hier reicht es oftmals nicht, diese dann nur mit dem Chef zu besprechen und vorzubereiten. Denn du bist nun mal im Ausland und für Formulare und Unterschriften, dann aus der Personalabteilung, ziemlich unempfänglich.

Deswegen, auch wenn die Vorbereitung von Kündigung und Weltreise dich schon gut in Beschlag nimmt, prüfe nochmal, ob es nicht in deinem Job noch eine Behörde gibt, mit der du das Procedere der Wiedereinstellung zusätzlich durchsprechen solltest, z.B. eine Personalabteilung

🤣.




7) ein wenig Sport


Wir sind jeder mit einem Kampfgewicht von 18 -20 Kilo auf dem Rücken gereist, der kleine Tagesrucksack mit der Technik und dem Essen noch nicht mit eingerechnet😅. Ab Malaysia wurde es so im Backpackingmodus unsere Chellenge und Spezialtainingseinheit, den großen Rucksack von einem Hostel zum anderen zu befördern. 

Wenn man ein Typ wie mein Mann ist, der schon immer regelmäßig ein Trainingsprogramm durchzieht, wenig tragisch. Doch ich hatte es zu Anfang schwer. Irgendwann hat mein Mann mich rumgekriegt, mit Yoga anzufangen. Eine dünne Yoga Matte lässt sich noch an jedem Rucksack befestigen. Und in Yoga Apps und You Tube fanden sich viele mobile Yogalehrer. Hier kann man jetzt frei entscheiden, ob man gerne die Powerversion praktizieren möchte, oder es entspannter haben möchte. Auf jeden Fall ist es ein Ganzkörper -Workout, welches alle Muskeln trainierst und für das Powertraining ( Rucksäcke 2 km zum nächsten Hostel tragen ) fit macht.




8) ewig ein Tourist


Um Länder und Leute wirklich kennenzulernen, reicht tatsächlich auch eine Weltreise nicht aus. Denn du bist und bleibst dort ein Tourist und somit nicht Einheimischer sondern Geldeinnahmequelle. Wenn man dies 14 Tage lebt, merkt man es oft nicht, aber bei einem Jahr kann es tatsächlich etwas ermüdend werden. Hier gibt es eine elegante Lösung. Arbeite mit. Wenn du dir sowieso etwas Reisegeld verdienen willst, super. Das Internet ist voll von Websiten, welche Jobs vermitteln. Die andere Möglichkeit ist, als Volunteer mitzuhelfen. Bei uns gab es die Möglichkeit im Elephant Conversation Center in Laos ( leider waren die Plätze voll, sodass wir aber 3 Tage dabei sein konnten) und in der Tierauffangstation in Bolivien. Hier kommt du mit den Einheimischen auf Augenhöhe, kannst dich mal wieder in einer (anderen😉) Arbeit fühlen. Auch toll, um mal mehr Spanisch zu sprechen als „Haben Sie ein Zimmer frei“....... und dich ein Weilchen von der Touristenrolle erholen😜.




9) und zu letzt - nicht nur Reisen


Dies ist jetzt sehr persönlich, doch es viel mir erheblich auf und evtl. wird es auch für dich wichtig.

Für mich war nicht das Reisen das eigentliche Highlight. Es ist toll, um mal aus dem Alltagsumfeld weg zu sein, und damit frei für eine Welt, die bunter nicht sein könnte. Doch auch das Reisen endet irgendwann in einer Art Routine - in meiner Welt enthielt es nicht das Glück schlechthin. 

Und so wurde für mich der eigentliche Reichtum, die Zeit. Ein Jahr Zeit, um mal wieder zu spielen, zu tun, was immer ich gerade möchte und Zeit, um in meinen tieferen Lebensfragen voranzugehen und mich entwickeln zu können. Mein Mann und ich haben auf unserer Reise viel gelesen, besonders Medittationsbücher von Osho und Thich Nath Than dabei, haben unsere eigenen Meditationsretreats gemacht und mein Mann Gitarre und ich dazu Singen geübt. 


Jeder hat in seiner Zeit hier seine ganz eigenen, speziellen Themen, in denen er mal wieder spielen oder vorangehen möchte. Dies ist ein Jahr, wo du die Zeit hast, dich tatsächlich auch innerlich weiterzuentwickeln. Es wird nicht wesentlich durch das Reisen geschehen, den du tauschst im Prinzip Arbeitsroutine gegen Reiseroutine. Doch es kann durch die Zeit passieren, die du hier ganz für dich hast und füllen kannst, mit was immer du möchtest.







Im Nachhinein hat dieses Jahr allen Stress vorher, mittendrin und danach gelohnt. Ich liebe es meinem Mann hier noch näher gekommen zu sein, nicht mehr ganz so wichtig zu nehmen, was ich esse und gerade an habe und durch ein Jahr ständig in Bewegung mehr Flexibilität gewonnen zuhaben und zu gleich auch innere Stille. Und ich genieße es gerade unendlich........


......in ein Deutschland zurück zu kehren, wo ich das erste mal bemerke, wie freundlich die Deutschen eigentlich sind, wie schön sich die Käte des Winters anfühlen kann und wie gerne ich das deutsche Essen und die deutsche Sprache mag🤣.